Karte
Satellit


Geschichte der
Salzburger Bierkultur

Zwischen Tradition und Innovation

Die Geschichte des Bierbrauens in Salzburg geht bis ins Mittelalter zurück. Im Jahr der Entdeckung Amerikas gab es in der Stadt Salzburg bereits sechs Brauereien. Bis Ende des 16. Jahrhunderts verdoppelte sich diese Zahl. Brauereien, die damals bestanden und die heute noch aktiv sind, waren die Stiegl Brauerei und das Augustiner Bräu.

 

Gablerbräu, Kasererbräu, Sternbräu, Guglbräu oder Höllbräu waren damals bekannte Brauereien, die es heute nicht mehr gibt, deren Namen jedoch als Restaurant- oder Hausnamen erhalten geblieben sind.

 

Bierkultur zu Zeiten der Salzburger Erzbischöfe

Zur Zeit der Salzburger Erzbischöfe gab es strenge Vorschriften, wie Bier gebraut werden darf. Auch die Preise wurden streng kontrolliert. Außerdem sicherten sich die Erzbischöfe durch Hofbrauereien (etwa Hofbräu Kaltenhausen) und Beschränkung des Bierausschankes der Brauereien auf den eigenen Braugasthof ein Quasi-Biermonopol in Salzburg. Die Alkoholsteuer brachte den Erzbischöfen zusätzliche Einnahmen.

 

Bier im österreichischen Kronland

Als Salzburg dann 1816 österreichisches Kronland wurde, war auch das Biermonopol Geschichte. Durch die beginnende Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts mit neuen Produktionsmethoden, ständiger Verfeinerung der Techniken und dadurch verbesserten Bierqualitäten, kam es zu einem Aufschwung in der Bierproduktion. Es wurden Keller für die Lagerung des Bieres ausgebaut. Der Stieglkeller (heute eine Gaststätte) erinnert noch heute an ein Bierlager im Festungsberg. Andere Brauereien (Gabler-, Stein- und Bergerbräu betrieben Keller im Kapuzinerberg. In diesen Kellern konnte das Märzenbier (in den Wintermonaten gebraut) mittels Eiskühlung länger frisch gehalten werden.

 

Obwohl sich durch scharfen Wettbewerb die Anzahl der Brauereien immer weiter reduzierte (1860 gab es in Stadt und Land Salzburg 75 Brauereien und 1905 nur mehr 45), vergrößerte sich der Bierausstoß. Vor dem 1. Weltkrieg lag der Ausstoß der Salzburger Brauereien bei über einer halben Million Hektoliter. Das Hofbräu Kaltenhausen war bei weiten die größte Brauerei des Landes.

Eine Spezialität in der Stadt Salzburg waren damals schon die Bier“keller“ mit ihren großen Gastgärten und Bierhallen.

 

Führend waren der Stieglkeller, das Bräustübl und der Sternbräugarten – Lokale, die bis heute überlebt haben. Sehr beliebt waren damals auch die (heute nicht mehr existierenden) Großgärten wie das Schanzlwirtshaus in der Schanzlgasse, der Kaltenhausener Märzenkeller in der Müllner Hauptstraße und das Terrassenrestaurant „Elektrischer Aufzug“ an der Bergstation des ehemaligen Mönchsbergaufzugs.

 

 

Bierkultur während der Kriege

Die Kriegsjahre des 1. und 2. Weltkrieges brachten dann leider große Einbrüche in der Bierproduktion. In der Zwischenkriegszeit gab es dann nur eine leichte Erholung der

Nach dem 2. Weltkrieg setzte sich der auch in der Zwischenkriegszeit weitervorangegangene Konzentrationsprozess in der Bierbranche fort. Brauereien wurden stillgelegt oder von den „Großen“ aufgekauft. Den Salzburger Biermarkt beherrschten fortan die zwei großen Brauereien: Stiegl und Kaltenhausen.

 

Salzburg und sein Stieglbier

Die Stiegl Brauerei wurde durch einen expansiven Kurs schließlich zur führenden Brauerei in Salzburg. Die Brauerei hat heute einen Ausstoß von über einer Million Hektoliter pro Jahr. Zusätzlich eröffnete die Stieglbrauerei ein attraktives Biermuseum nebst Gastronomie in der sogenannten „Stiegl-Brauwelt“. Hier werden spezielle Hausbiere mit interessanten Geschmacksnoten gebraut.

 

Nur unweit von Salzburg: Das Hofbräu Kaltenhausen

Das Hofbräu Kaltenhausen schloss 2011 in Hallein seine Produktionsstätten für Weizenbier und Märzenbier und eröffnete die sogenannte „Spezialitäten Manufaktur“. Der Ausstoß von Spezialbieren ist auf relativ kleine Mengen beschränkt.

Wenngleich der Absatz von Märzen und Lagerbier nach wie vor die Bierproduktion bestimmt, so gibt es doch auch in Salzburg einen klaren Trend hin zu Bierspezialitäten. Die Rede ist von naturtrüben Bieren und speziell gehopfte und vergorene Biere verschiedenster Art sowie Biermischgetränke.

Neben Stiegl sind heute einige kleinere Brauereien sowie eine steigende Anzahl von Gasthausbrauereien überaus aktiv und erfreuen sich großer Beliebtheit.

 

  • die traditionsreiche Trumer Brauerei, die mit Ihrem Pils und einer originellen Etiketten Kultur Furore macht
  • die Weißbierbrauerei in Schalmoos, die nicht nur mit guten, variantenreichen Bierspezialitäten, sondern auch mit einem innovativen Gasthauskonzept viele Anhänger gewonnen hat
  • die Brauerei Gusswerk in Hof bei ist in diesem Zusammenhang ebenfalls zu erwähnen. Sie hat geschmacklich sehr pointierte Produkte zu bieten und erzeugt auch Hausbiere für die Salzburger Bierlokale Urbankeller (Steinbier) und das Fuxngut (Fuxnbier).
     

Die Biergärten und Bierkeller sowie Bierlokale verschiedenster Ausprägung sind heute wie ehemals beliebte Refugien für Bierliebhaber und Freunde bodenständiger Gastronomie.

 

© 2017 - Tourismus Salzburg GmbH - 5020 Salzburg - Tel. +43662 88987-0