Es scheint, als könnte sie sich nicht entscheiden: Die Neue Residenz blickt auf den prunkvollen Brunnen des Residenzplatzes, auf den Dom und die
Alte Residenz. Zugleich aber trägt sie wesentlich zum Flair des Mozartplatzes bei. Das Glockenspiel zieht mehrmals am Tag alle Blicke und Ohren auf sich.
Eine Idee von Fürsterzbischof Wolf Dietrich
Mehr als hundert Jahre nahm der Bau und die Fertigstellung der Neuen Residenz in Salzburg in Anspruch. Vier Erzbischöfe waren maßgeblich an ihrem Aussehen beteiligt und doch ist das Gebäude im Wesentlichen ein "Kind" aus der Zeit von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Schon 1588 ließ der Erzbischof die Vorgängerbauten abreißen, um den Neubau zu errichten. Er sollte als neuer Wohnsitz und als Unterkunft für Gäste seine Verwendung finden. Doch 1605 entschloss sich der Erzbischof dazu, die
Alte Residenz als Wohnsitz beizubehalten.
Drei weitere "Bauherren"
Wolf Dietrich ließ das Hauptgebäude der Neuen Residenz samt Turm fertig stellen und begann mit dem Trakt an der Kaigasse. Dieser wurde von seinem Nachfolger Erzbischof Marcus Sitticus fertig gestellt. Erzbischof Max Gandolph von Kuenburg ließ 1674 den Süd- und Südwesttrakt errichten. Dieser Teil diente in erster Linie zur Unterbringung der Hofbibliothek. Die Arkaden entstanden unter Erzbischof Johann Ernst Thun. Zudem wurde der Turm erhöht und das berühmte Salzburger Glockenspiel angebracht. Die 35 Glocken dafür kaufte der Erzbischof beim Glockengießer Melchior de Haze in Antwerpen.
Die Prunkräume
Die fürstlichen Prunkräume im zweiten Stock der Neuen Residenz umfassen den Tugendsaal, den Gloriensaal, den Ständesaal, den Feldherrensaal, das Badezimmer und den Bischofssaal. Der reich stuckierte Stiegenaufgang ist einem italienischen Renaissancepalast nachempfunden.
Die Neue Residenz heute
Seit 1. Juni 2007 ist das Salzburg Museum in der Neuen Residenz am Mozartplatz untergebracht. In verschiedenen Ausstellungssälen fügen sich wertvolle Kunstobjekte, ästhetische Präsentationen, interessante Inhalte und multimediale Installationen zu einem harmonischen Ganzen.
Salzburger Glockenspiel
Unter dem Helm des Turmes an der Westseite der Neuen Residenz befindet sich das Salzburger Glockenspiel. Täglich um 7, um 11 und um 18 Uhr erklingen seine Melodien (Restaurierung 2009/2010!).
Die 35 Glocken wurden 1688 bis 1689 in Antwerpen gegossen. Der Salzburger Büchsenmacher Franz Sulzer und der Glockengießer Benedikt Eisenberger stellten 1702 den Antriebsmechanismus und die Messingwalze her, in die der Hofuhrmacher Jeremias Sauter die zum Betrieb notwendigen 7.964 Löcher bohrte.
Seit 1704 spielt das Glockenspiel in Salzburg. Derzeit etwa 40 Musikstücke, von denen 16 Stücke Johann Michael Haydn zugeschrieben werden. Die Musikstücke von Vater und Sohn Mozart sind Bearbeitungen aus dem 19. Jahrhundert.
1873 wurde vom Uhrmacher Johann Baptist Fischer ein Uhrwerk eingebaut, das mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung das Spielwerk auslösen konnte.
Führungen finden von Ende März bis Ende Oktober jeden Donnerstag um 17.30 Uhr und jeden Freitag um 10.30 Uhr statt.
!Das Glockenspiel ist bis Mitte 2010 wegen Restaurierung geschlossen!
Keine Spielzeiten während der Restaurierung.
Keine Führungen bis Mitte 2010.
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