Der Hagenauerplatz ist wohl einer der berühmtesten Plätze Salzburgs und dennoch wird er meist nur mit einem Seitenblick gestreift. Grund für seine zahlreichen Besucher ist Mozarts Geburtshaus, das zwar die Adresse
Getreidegasse 9 trägt, aber genau genommen auf dem Hagenauerplatz steht. Es war sogar lange Zeit als "Hagenauerhaus" bekannt.
Häuser und ihre Geschichten
Der Hagenauerplatz unterbricht die
Getreidegasse und öffnet sich in Richtung Salzburg durch das Griestor. Ursprünglich befand sich hier das "Obere Tränktor" in der salzachseitigen Stadtmauer, das den Zugang zu Salzachschiffen und die Tränke für das Vieh der Stadt ermöglichte. Das einstige "Wirtshaus zum Löchl" am Hagenauerplatz 2 stammt in der Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert. Die Angeln für die früheren Torflügel des Stadttores sind heute noch erhalten. Die später dort angesiedelten kleinen Verkaufsbuden benannten sich gerne nach dem Löchlbogen wie etwas das Kaslöchl.
Das Eckhaus
Getreidegasse 8 / Hagenauerplatz wurde erstmals 1334 erwähnt, ist jedoch mit Sicherheit in der ursprünglichen Bausubstanz deutlich älter. Das Haus ist ein dominantes Eckhaus, das mit der Verlegung der Stadtmauer zur Salzach hin in den Jahren 1465 bis1480 auf seine heutige Größe ausgebaut werden konnte. Sein früher festungsartiges Aussehen ist heute noch teilweise sichtbar. Es ist eines der stattlichsten Bürgerhäuser des späten Mittelalters. Besonders auffällig ist der bis ins dritte Obergeschoss reichende Erker am Hagenauerplatz. Hier wohnte 1681 der "Griespader" (der Bademeister des griesgassenseitig angrenzenden Griesbades) Wolf Aichamber. Von 1816 bis 1917 war hier das Gasthaus und Hotel zur Goldenen Krone untergebracht.
Von 1599 bis 1641 stand auf dem Hagenauerplatz der Neptunbrunnen, wo sich der Salzburger Fischmarkt befand. 1641 übersiedelte der Neptunbrunnen zu den Fleischbänken auf dem Gries, dem heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz.
zurück