Salzburg für Stadtwanderer
Wandern in Salzburg
Wandern mitten in der Stadt? Wo gibt’s denn so etwas? Natürlich in Salzburg, der Kleinstadt von Weltformat am Nordrand der Alpen. Stadtwandern ist angesagt!
Kleine Spaziergänge durch die Stadt
Salzburg ist eine Stadt, die man wunderbar zu Fuß erkunden kann. Sie werden staunen, welch reizvolle Wege auf Sie warten. Die Altstadt ist gut überschaubar. So finden Sie nahezu sämtliche Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum.
Will man einen Blick auf die Stadt und die Umgebung werfen, bietet sich ein Spaziergang über Mönchsberg und Kapuzinerberg an. Ebenfalls zu den Hausbergen zählen der beliebte Gaisberg und der sagenumwobene Untersberg.
Variante 1: Wanderung über den Mönchsberg
'Projekt Stadtberge'
In Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg, der Tourismus Salzburg GmbH und der Salzburger Lokalbahn
Ein Spaziergang über den Mönchsberg ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Die liebevoll angelegten Wege vermitteln immer wieder reizvolle Ausblicke in alle Richtungen. Erklärungstafeln weisen auf geologische, biologische, klimatische, historische und kulturelle Besonderheiten hin.
Vom Augustinerkloster und -bräu bzw. der Müllner Kirche ausgehend durchsteigt man die stufenartig unter Erzbischof Paris Lodron angelegte Müllner- und Augustiner Schanze. Diese zwischen 1621 (Augustiner Pforte) und 1638 (Monika Pforte) vom Baumeister Santino Solari errichtete Wehranlage sicherte die nördliche Schwachstelle Salzburgs.
Folgt man der Straße, kommt die erste Stadtaussicht unterhalb von Schloss Mönchstein mit seiner idyllischen Apolloterrasse. Dort zweigt auch der Weg entlang der östlichen Steilabbrüche des Mönchsberges ab.
Der Abstieg zur Humboldtterrasse, auf halbem Weg zum Museum der Moderne, lohnt sich immer. Vom Museum der Moderne mit seiner Aussichtsterrasse und dem Mönchsbergaufzug aus gelangt man durch das Bürgerwehrtor (unter der vorgelagerten Schanze) zur 1487/88 errichteten Bürgerwehr.
Am Ende der Wehrmauer befindet sich beim Naturfreundehaus (Stadtalm) eine bezaubernde Stadtaussicht. Anschließend geht man über das 1767 errichtete Siegmundstor und entlang der Westabbrüche mit den Aussichten Richtung Rainberg (dem ältesten Siedlungsgebiet Salzburgs seit der Jungsteinzeit) weiter.
Nach dem Kupelwieserschlössl zweigt der Weg rechts ab zur Richter Höhe - einer seit 1367 bestehenden Wehranlage mit einer Aussicht ins südliche Salzburger Becken. Beschreitet man den Rückweg Richtung Festung Hohensalzburg, gelangt man an den Eingang zum Wasserbehälter Mönchsberg mit der Wasserausstellung. Von dort sind es über das Schartentor noch 5 Minuten zur Festung. Dann geht es durch den Lodronbogen hinunter zum Stieglkeller, wo man bei einer herrlichen Aussicht über die Altstadt seinen Durst löschen kann.
Variante 2: Wanderung über den Kapuzinerberg
'Projekt Stadtberge'
In Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg, der Tourismus Salzburg GmbH und der Salzburger Lokalbahn
Dank der fast unberührten Natur und der Geschlossenheit des Waldes auf dem Kapuzinerberg lässt sich eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt beobachten. Hier fühlen sich noch Gämsen, Rehe, Dachse und Marder heimisch.
Vom Platzl (bei der Staatsbrücke) aus erreicht man über die Linzergasse durch das Franziskustor den Stefan-Zweig-Weg. Die steile Auffahrt zum Kapuzinerberg ist gesäumt von Kreuzwegkapellen. Man gelangt durch die Felixpforte (1632) am Paschinger Schlössl vorbei (von 1919-1937 Wohnhaus von Stefan Zweig) zum 1599 gegründeten Kapuzinerkloster. Früher stand hier ein Wehrturm, das sogenannte Trompeterschlössl. Unterhalb des Klosters liegen die Wehranlagen mit den Aussichtsterrassen der Hettwer Bastei. Geht man den Klostergarten entlang, erreicht man das Tor am Kapuzinerberg hinter dem sich eine Wiese mit einer Mozartbüste befindet. Am rechten Rand der Wiese zweigt der Weg zum Franziski Schlössl ab und führt durch einen ruhigen Buchenwald zuerst zur Bayerischen Aussicht am Ostabbruch des Kapuzinerberges.
Dieses steile Gelände ist ein Gämsenrevier mit einem Bestand von rund zwölf Tieren. Entlang des Bergrückens erreicht man das 1629 durch Baumeister Santino Solari unter Erzbischof Paris Lodron errichtete Franziski Schlössl, einer kleinen Festung mit vorgelagerter Bastion, die heute als Gastgarten genutzt wird und zu einer Pause einlädt. Vom Franziski Schlössl aus zieht sich der Basteiweg mit teilweise steilen Treppen entlang eines Halbkreises zurück zur Hettwer Bastei; für ungeübte Wanderer ist der Stefan-Zweig-Weg zurück zum Kapuzinerkloster zu empfehlen.
Die ca. 1,5 km lange Mauer ist unterbrochen von kleinen Aussichtstürmen und Basteien, die einen herrlichen Ausblick auf die Stadt bieten. Von der Hettwerbastei führt die Imbergstiege hinunter in die Steingasse und zurück zum Ausgangspunkt.
Unterwegs auf Frauenspuren
Frauen hinterlassen in den Chroniken der Geschichte wenig sichtbare Spuren. Daher wurde mit dem Projekt „Frauenspuren“ eine späte Ehrung berühmter historischer Salzburger Frauenfiguren vorgenommen. Durch Gedenktafeln in Bronze, die an den Wohn- oder Geburtshäusern der Frauen bzw. an der Stätte ihres Wirkens angebracht werden, soll die Erinnerung an sie wieder wachgerufen werden. Ein Spaziergang mit weiblichen Einblicken:
- Caroline Auguste (1792-1873), Namensgeberin des Museums Carolino Augusteum und Ehefrau von Kaiser Franz I., Museum Carolino Augusteum
- Irma von Troll-Borostyani (1847-1912), Geburtshaus der engagierten Salzburger Frauenrechtlerin und Schriftstellerin, Griesgasse 4
- Barbara Thenn (1519-1579), Münzmeisterin und Leiterin der hier ansässigen Münzstätte "Haus in der Zell", Badergäßchen 2
- Marie Mösner (1828-1884), Wohnhaus der in ganz Europa berühmten Harfenspielerin, Getreidegasse 28
- Salome Alt (1568-1633), Geburtshaus der Lebensgefährtin des Erzbischofs Wolf Dietrich, mit dem sie 10 Kinder hatte, Sigmund-Haffner-Gasse 6
- Barbara Krafft (1764-1825), Wohnhaus der anerkannten Portrait- und Genremalerin, Waagplatz 6
- Anna Berta Königsegg (1883-1948), Vinzenterin und Visitatorin des Ordens von 1925-1948 sowie mutige Gegnerin des NS-Regimes, Salzachgässchen 3
- Adele Esinger (1844-1923), Malerin und Hermine Esinger (1852-1939), Pianistin, Wohnhaus der beiden Schwestern und Treffpunkt künstlerisch engagierter Frauen, Mönchsberg 6
- Agnes Muthspiel (1914-1966), Atelierwohnung der bedeutenden Vertreterin der Salzburger Nachkriegsmalerei und Treffpunkt eines KünstlerInnenkreises, Mönchsberg 9
- Hl. Erentrudis (8. Jahrhundert), Erste Äbtissin des ältesten Frauenklosters nördlich der Alpen, Stift Nonnberg/Nonnberggasse 2
- Anna Mildenburg (1872-1947), 1912-1922 Wohnhaus der berühmten Opernsängerin und Mitbegründerin der Salzburger Festspiele, Schloss Arenberg, Arenbergstraße 8-10
- Friderike von Winternitz (1882-1971), Bis 1938 Wohnhaus der Schriftstellerin und Übersetzerin, Nonntalerhauptstraße 49
- Hexenturm, hier stand ein Befestigungsturm, im 16. und 17. Jahrhundert als Verlies für verfolgte Frauen verwendet, Wolf-Dietrich-Straße 19 - Ecke Paris Lodron Straße 16
- Rosa Hoffmann (1919-1943), Wohnhaus der Näherin und mutigen kommunistischen Widerstandskämpferin, Moserstraße 10
- Maria Johanna Sedelmaier (1811-1853), Tabakladen der Salzburger Schriftstellerin, Ritzerbogen am Grünmarkt
- Alex Wedding (1905-1966), Geburtshaus der Kinderbuchautorin, Makartplatz 7
Auf dem Jakobsweg
Auch der Salzburger Teil des Jakobsweges verläuft durch die Stadt Salzburg. Von Maria Plain kommend folgt man dem alten Wallfahrtsweg in Richtung Innenstadt bis zum Dom. Von dort es geht es weiter in Richtung Großgmain, Unken und Lofer nach Tirol.
Weitere Spaziergänge mit vielen Kultur-Hinweisen
