|
Das Hellbrunner Monatsschlössl, 1615 für Erzbischof Markus Sittikus (1612–1619) als Jagdschloß erbaut, bewahrt seit dem Jahre 1924 die volkskundliche Sammlung des Carolino Augusteum. Die 1904 begründete Sammlung vermittelt einen umfassenden Einblick in die Salzburger Volkskultur mit Zeugnissen des Brauchtums, der Volksfrömmigkeit, der Wohnkultur und der Volksmedizin. Zu den Höhepunkten des Volkskundemuseums zählt die Präsentation der schönsten, für die Salzburger Gaue typischen Trachten. Während der Sommermonate wird eine jährlich wechselnde Sonderausstellung gezeigt.
Vom Hellbrunner Park führt der Weg durch den Wald auf den Hellbrunner Berg, wo das Volkskundemuseum in idyllischer Lage und mit einem herrlichen Ausblick auf die Festung Hohensalzburg sowie Park und Schloß von Hellbrunn gelegen ist.
Klein aber in einem informativen Querschnitt präsentiert sich hier seit 1924 das Salzburger Museum Carolino Augusteum mit einer sehenswerten volkskundlichen Schausammlung. Die reich bemalten bäuerlichen Prunkmöbel aus dem Leyrerhof in Gries im Pinzgau dokumentieren den Übergang vom Rokoko zum Empire in Salzburgs bäuerlicher Möbelkunst, die im Bereich der sogenannten "Pinzgauer Blankholzmöbel" aus dem 18. Jahrhundert, jener mächtigen geschnitzten Kästen, Truhen und Betten aus heimischem Zirbenholz, einen Stil von unverwechselbarer Eigenart und höchster Qualität innerhalb des mitteleuropäischen Raumes vorzuweisen hat. Klosterarbeiten, das ikonografisch bemerkenswerte Ölgemälde der "Hl. Dreifaltigkeit", die große Rauriser Fastenkrippe, Hinterglasbilder, religiöse Schutz- und Heilmittel und nicht zuletzt die für Salzburg typischen Totenbretter dokumentieren das geistig-religiöse Leben der heimischen Bevölkerung von einst. Figurinen mit Trachten aus den einzelnen Gauen des Landes Salzburg sind im sogenannten „Großen Saal" im zweiten Stock des Volkskundemuseums aufgestellt, wo der Betrachter auch mit den wichtigsten Bräuchen des Landes bekannt gemacht wird: mit dem Prangstangentragen im Lungau, dem Krampuslaufen, dem Trestern im Pinzgau, dem Glöcklerlaufen im Flachgau. Allein von ihrer Größe her gehören die Figuren des Lungauer Samson mit seinen Zwergenbegleitern und die Pongauer Schönperchten mit ihrem besonderen Kopfschmuck, der aus zwei übereinander gestellten Tafeln bzw. einer spitzen Kappe, die über und über mit Blumen oder Schmuck bestückt sind und eine Höhe von bis zu über zwei Metern und ein Gewicht bis zu 45 Kilogramm erreichen, zu den besonderen Attraktionen des Museums.
|