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Geschichte der Steingasse

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Eine Gasse mit Vergangenheit und mittelalterlichem Flair.
Nur einen Steinwurf weit vom brausenden Verkehr des 20. Jahrhunderts entfernt, hat die uralte Steingasse, am Fuße des Kapuzinerbergs, zwischen diesem und der Salzach gelegen, bis heute nichts von ihrem mittelalterlichen Zauber eingebüßt!

Neben der Salzach als wichtigem Transportweg für das Salz, das "weiße Gold der Berge", war es vor allem die Steingasse, die als Haupteinfallstraße vom Süden her galt und auf der tagaus, tagein die schweren Salzfuhrwerke von Hallein kommend durch das enge Steintor rumpelten. Darüberhinaus war dies auch die belebteste  Straße ins Gebirge und weiter nach Italien, eine wichtige Nord-Süd-Verbindung also für den mittelalterlichen Handel! Aber auch bodenständiges Handwerk und Gewerbe hatte in der engen Gasse über Jahrhunderte hinweg eine Heimstatt gefunden. Hafner, Töpfer, Färber und Gerber - jene Gewerbe, die vor allem Wasser benötigten - siedelten sich hier an, und bis zur Salzachregulierung im Jahre 1862 besaßen nahezu alle der imposanten Häuser, die zum Großteil heute noch stehen,  auf ihrer Rückseite direkten Zugang zur Salzach und prächtige Gärten.  (Jetzt Imbergstraße)

Doch nicht immer war die Gasse friedlich; oft hallten die alten Mauern wider von Waffengeklirr und Kriegsgeschrei:   Durch das Äußere Steintor (das heute nicht mehr besteht) sollen 1525 während der Bauernkriege unter Erzbischof Matthäus Lang die Rebellen aus dem Pinzgau in die Stadt gestürmt sein, und das heute noch bestehende Innere Steintor, 1280  erbaut und somit zu den ältesten Toren Salzburgs zählend, mußte im Jahre 1634 aufgrund der drohenden Gefahr  durch den Dreißigjährigen Krieg von Erzbischof Paris Graf Lodron massiv aus-  und zu einem uneinnehmbaren Bollwerk umgebaut werden, um den Feinden des Erzstiftes den Zugang zu verwehren. 

Heute ist ein Spaziergang durch die Steingasse ein beschauliches Erlebnis und am schönsten am späten Vormittag, wenn die Sonne die Fassaden der alten Häuser stimmungsvoll belebt. Gleich zu Beginn - vom Platzl her kommend - bezeugt eine Gedenktafel am Haus No.9, daß hier am 11. Dezember 1792 Joseph Mohr geboren wurde, der Textdichter des wohl schönsten Weihnachtsliedes der Welt,  "Stille Nacht, Heilige Nacht." Daneben führt eine Treppe durch dunkle Häuserschluchten hinauf in die lichte Weite des Kapuzinerberges; die kleine Mühe des Aufstiegs wird durch den Blick auf eines der schönsten Stadtpanoramen jenseits des Flusses reichlich belohnt! Auf halber Höhe dieser Treppe ("Kapuziner- oder Imbergstiege") befindet sich versteckt in einer Ecke das reizende Kirchlein St. Johann am Imberg, das schon die Geschwister Mozart oft und gerne besuchten.
 
Nach Passieren des Inneren Steintores bietet sich zur rechten Hand ein nochmaliger prachtvoller Blick auf die Festung Hohensalzburg und ein interessanter Ausblick in die Gasse hinein mit ihren schönen, fachgerecht renovierten Häusern, dem Grün des Kapuzinerberges und zahlreichen  kleinen Geschäften, Bars, Buchhandlungen und Galerien.  Am Ende der Gasse und an der Stelle des heute nicht mehr existierenden Äußeren Steintores (nunmehr : "Am Äußeren Stein")befindet sich ein eindrucksvoller Wandbrunnen aus Marmor, der "Engelwirtsbrunnen", 1660  vor dem damaligen "Engelwirt" in der Steingasse errichtet, seit 1890 hier plaziert. 


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