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Jüdische Geschichte in Salzburg

 Start
Synagoge Judengasse
Von den Römern bis in unsere Zeit - jüdische Geschichte in Salzburg.
Israelitische Kultusgemeinde Salzburg
Lasserstraße 8
tel. ++43/662/87 22 28

Die Geschichtsforschung belegt, daß die ersten Juden im Gefolge der römischen Legionäre zu einer Zeit nach Salzburg kamen, als die Stadt noch "Juvavum" hieß. Nach Abzug der Römer und der Neugründung der Stadt Salzburg im 8. Jh. n. Chr. ließ Bischof Arno von Salzburg (785 - 871), der Freund und Ratgeber Karls des Großen, einen jüdischen Arzt (in den historischen Dokumenten als "medicum iudaicum" bezeichnet) zur Behandlung kommen. Dies sind die ersten Hinweise auf Juden im Erzbistum Salzburg. Im 12. Jahrhundert tauchen Dokumente auf, die von einer "Straße der Juden" sprechen. Verbrieft ist ein Bethaus und eine Synagoge im heutigen Haus Judengasse 15, in einer Niederschrift des Jahres 1370. Dieses Haus, in welches später der Gasthof Höllbräu einzog, ist heute das moderne 5-Sterne-Hotel "Radisson Altstadt". Die Judengasse ist mit der Getreidegasse Zentrum des Geschäftslebens in der Altstadt und beliebtes Ziel der Salzburg-Besucher.

Die Salzburger Erzbischöfe wickelten mit Juden Handels- und Geldgeschäfte ab. So lieh sich etwa Erzbischof Konrad IV. einen Gutteil der Kaufsumme für das Gasteiner Tal von jüdischen Bankiers.

Juden mussten schon im Spätmittelalter mit besonderen Vorschriften leben und Diskriminierungen ertragen. Für Männer der Spitzhut vorgeschrieben, für Frauen das Tragen einer Schelle an der Kleidung. Juden waren zur Zahlung von Sonderzinse an den Landesherren verpflichtet und durften das Land ohne seine Erlaubnis nicht verlassen.
Judenverfolgungen in Salzburg sind seit dem 14. Jahrhundert bekannt, 1404 wurde in der Stadt Salzburg ein Großteil grausam verbrannt. Anlass war ein angebliche Hostienschändung in der Müllner Kirche.

Erzbischof Leonhard von Keutschach verfügte 1498 auf Druck der Landstände schließlich die Landesverweisung für alle Juden, die sich fortan in Salzburg nicht mehr niederlassen durften. Mit dem Staatsgrundgesetz von 1867 erfolgte schießlich die Aufhebung aller Diskriminierungen.
 

 
Erst 1868 gibt es wieder eine Ansiedlung von Juden in Salzburg, und 1893 wurde die noch heute bestehende Synagoge in der Lasserstraße 8 erbaut. Ein Jahr später entstand der jüdische Friedhof an der Uferstraße im Stadtteil Salzburg - Aigen, der ebenfalls heute noch erhalten ist. In diese Zeit am Ausgang des vorigen Jahrhunderts fällt auch der Aufenthalt Theodor Herzls, des Begründers des Zionismus, in Salzburg, wo er 1885 ein Jahr als Rechtspraktikant am Salzburger Landesgericht verbrachte. Zahlreiche Persönlichkeiten jüdischer Abstammung waren am Kultur- und Geistesleben der Stadt maßgebend beteiligt.Von 1907 bis 1920 war Adolf Altmann Rabbiner in Salzburg und trat als Historiker, Philosoph und Literat neben unzähligen Publikationen auch mit der "Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg" an die Öffentlichkeit und leistete so einen wertvollen Beitrag für die Geschichtsschreibung der Stadt. Max Reinhardt, der geniale Theatermann, und der Dichter Hugo von Hofmannsthal, waren Mitbegründer der Salzburger Festspiele, die heute aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken sind. Im Haus des Dichters Stefan Zweig am Kapuzinerberg traf sich in den frühen Dreißiger Jahren die geistige Elite Europas.

Heute besteht die jüdische Gemeinde in Salzburg aus etwas mehr als 100 Mitgliedern. Religiöser Mittelpunkt ist nach wie vor die Synagoge in der Lasserstraße 8, in der zu allen Feiertagen sowie jeden Freitagabend und Samstagvormittag Gottesdienste abgehalten werden.



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