In seinem dritten Jahr befindet sich das Kunstprojekt Salzburg 2004 der Salzburg Foundation. Diesmal kam die in Belgrad geborene Künstlerin Marina Abramovic zum Zug: Am 21. August wurde ihre Skulptur Spirit of Mozart am Hanuschplatz enthüllt, unmittelbar vor dem AVA-Haus. Das Projekt ist auf zehn Jahre angelegt; jedes Jahr soll eine Skulptur im öffentlichen Raum aufgestellt und der Stadt Salzburg geschenkt werden. Den Anfang machten Anselm Kiefer im Furtwänglerpark und Mario Merz auf dem Mönchsberg. Dieses Jahr ist Marina Abramovic am Zug. Die Performancekünstlerin mag eigentlich keine Skulpturen, für Salzburg hat sie aber eine Ausnahme gemacht. Ihre nicht zu übersehende Skulptur am Hanuschplatz besteht aus einer neun Meter hohen Stele, die in einen Stuhl mündet. Auf dem Rasen davor sind acht Stahlstühle gruppiert, auf denen vorbeischlendernde Passanten Platz nehmen können. Der neunte und höchste Sitz auf der Stele bleibt aber unerreichbar und damit frei – für Mozart, dessen Geist tagein, tagaus über der gesamten Stadt schwebt. Die Öffentlichkeit soll mit dem Kunstwerk kommunizieren, soll es als „Bühne“, aber auch als Symbol für das Transitorische sehen. Nicht umsonst wurde der Platz für die Skulptur im hektischen Durchzug der Verkehrsströme gewählt, denn jeder Ort ist immer auch ein Durchgangsort – und so ging auch Mozart weg von Salzburg hinaus in die Welt. Seinen Geist aber hat Abramovic wieder eingefangen.