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Residenz Neugebäude

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Gegenüber der Residenz erhebt sich der 1588 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich begonnene Neubau. Glockenspiel, Residenzplatz.
Residenzplatz
Gegenüber der Residenz erhebt sich der 1588 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich begonnene Neubau, der als Wohnsitz und als Aufenthalt für fürstliche Gäste errichtet wurde. Die Spitze seines Turmes beherbergt eine der Besonderheiten Salzburgs: das Glockenspiel.

Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun hatte die 35 Glocken durch Beteiligungsgewinne an der Ost-Indien-Gesellschaft finanziert und 1695 bei Glockengießer Melchior de Haze in Antwerpen gekauft. Der Salzburger Büchsenmacher Franz Sulzer und der Glockengießer Benedikt Eisenberger stellten 1702 den Antriebsmechanismus und die Messingwalze her, in die der Hofuhrmacher Jeremias Sauter dann die zum Betrieb notwendigen 7.964 Löcher bohrte.

Seit 1705 spielt nun das Glockenspiel, derzeit etwa 40 Musikstücke, von denen etliche von Johann Michael Haydn und Vater und Sohn Mozart extra komponiert worden sind. Das Uhrwerk, das mit Hilfe einer Vorrichtung des Uhrmachers Johann Baptist Fischer heute wie damals pünktlich um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr das Spielwerk auslöst, wurde 1873 aufgestellt.

Das eigentliche Neugebäude war ursprünglich als neue Residenz konzipiert und ist in seinen wesentlichen Teilen ein Bau aus der Zeit von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587-1612) . Zu den Prunkräumen im zweiten Stock gelangt man durch den reich stuckierten Stiegenaufgang im Westflügel. Dieser ist typischen italienischen Renaissancepalästen nachempfunden.

Der Tugendensaal hatte ursprünglich die Funktion eines Vorzimmers zu den folgenden repräsentativen Räumen. Im Zentrum des Gewölbes sind die drei theologischen Tugenden (Glaube, Liebe und Hoffnung) dargestellt. Die Deckenzwickel der Längsachse des Raumes zeigen die vier Kardinaltugenden (Gerechtigkeit, Stärke, Weisheit und Mäßigkeit), die der Breitseite die Wappen des Erzstiftes Salzburg und das persönliche Wappen Wolf Dietrichs. Der annähernd quadratische Gloriensaal ist nach dem Mittelstück der Decke, einer Gloriole von Engelschören um das Symbol Gottes, benannt. Ursprünglich dürfte es sich bei diesem Raum um den Empfangssaal, der die geistliche Funktion des Herrschers symbolisiert, gehandelt haben. Ebenfalls mit Arabesken und Ornamenten reich stuckiert ist der Ständesaal, der größte Repräsentationsraum des Neubaues, in dem seit 1620 die Salzburger Landstände zusammengekommen sind. Ursprünglich sollte der zwischen den Deckendarstellungen reich mit buntem Rankenwerk ausgestattete Raum sicher die weltliche Macht des Erzbischofs verdeutlichen. Die drei szenischen Darstellungen an der Decke weisen auf eine der vornehmen Eigenschaften eines Fürsten, auf die Standhaftigkeit, hin. Das Feldherrenzimmer zeigt vier Büsten von Heerführern (Karl der Große, Gottfried von Boullion, Kaiser Karl V., und Don Juan d'Austria), die Wolf Dietrich als Vorbilder galten. Eine Besonderheit bildet die Ausstattung des Baderaumes mit farbigem Stuck und Mosaik. Der Bischofssaal bildete ursprünglich den Abschluß der fürstlichen Prunkräume an der Westfront. Das Schmuckstück des Saales ist die reich gegliederte Kassettendecke mit dem großen von Putten umgebenen Wappen Wolf Dietrichs. Die heutige Bezeichnung des Saales kam erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf, nachdem man die Porträts der Erzbischöfe aus der alten Universität dort angebracht hatte.

Wolf Dietrich selbst fügte dem ursprünglichen Bau nach 1600 noch einen Ostflügel hinzu, und Kardinal Max Gandolph Graf von Kuenburg ließ noch einen Süd- und einen Westflügel anbauen, mit einer unvergleichlichen Bibliothek (Max-Gandolph-Bibliothek)! Heute sind in einem Teil des Residenz-Neugebäudes Ämter der Salzburger Landesregierung und der Universität untergebracht. Im Erdgeschoß befindet sich das Salzburger Hauptpostamt. Im Erdgeschoß des Westtraktes beim Glockenturm ist seit 1942 auch das Salzburger Heimatwerk untergebracht.

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