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Leonhard von Keutschach

 Start
1495 - 1519
Der Sohn eines Kärntner Ministerialen, geboren um 1442, wurde in der Zeit eines tiefgreifenden Epochenbruches an die Spitze des Erzbistums berufen.

Am 7. Juli 1495 gewählt, empfing er ein Jahr später die Weihen. Bei seinem Regierungsantritt befand sich das Erzbistum in einem beklagenswerten Zustand. Es gelang ihm jedoch, durch geschickte Verwaltung und große Sparsamkeit die wirtschaftliche Ordnung im Erzbistum wieder herzustellen. In seinem ganzen Lebensstil dem ausgehenden Mittelalter verhaftet, suchte er dennoch, Zucht und Ordnung im Klerus zu heben. So ließ er 1511 bei Jakob Pforzheim in Basel eine "Agenda" drucken. Darin wurden alle Sakramentenspendungen sowie Riten für Segnungen und Prozessionen festgelegt.

Dasselbe geschah in dem gleichfalls in Basel 1518 gedruckten Meßbuch. Die Bestrebungen der Salzburger Bürgerschaft, die Freiheiten einer reichsunmittelbaren Stadt zu erlangen, wußte er zu unterdrücken. Dem überaus fähigen und theologisch sehr geschulten Kammermeister Berthold Pürstinger verlieh er 1508 das Bistum Chiemsee. Das bis dorthin nach der Augustinerregel lebende Domkapitel verlangte von ihm die Umwandlung in ein weltpriesterliches Kanonikatstift; auch dieses Vorhaben wußte er jahrelang zu verzögern, sodaß es erst 1519 rechtskräftig wurde. Der ihm auf Drängen des Domkapitels vom Papst beigegebene Koadjutor in der Person des Gurker Bischofs Kardinal Matthäus Lang wurde nach dem Tod von Leonhard von Keutschach am 8. Juni 1519 auch sein Nachfolger. Von den großen Bauvorhaben zeugt heute noch die Festung Hohensalzburg, deren wesentliche Bauteile samt der Georgskirche er errichten ließ und die bis heute sein Wappen - die Rübe - tragen.



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