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Matthäus Lang von Wellenburg

 Start
3. Kardinal (schon als Fürsterzbischof von Gurk), seit 1529 Primas von Deutschland.
1519 - 1540
Mit dem aus Augsburger Patriziergeschlecht stammenden Matthäus Lang (seit 1505 geadelt "von Wellenburg") erhielt Salzburg zum letzten Mal einen Erzbischof, der auf internationalem Parkett Bedeutung besaß.

Im Jahre 1468 geboren, wurde er 1501 von Kaiser Maximilian I. zu seinem ersten Rat und damit zum entscheidenden Gestalter europäischer Politik berufen. Es gab faktisch kein Problem zeitgenössischer Machtausübung, das nicht von ihm beeinflußt worden wäre. 1511 erhob ihn der Papst zum Kardinal. Nachdem er dem Salzburger Domkapitel die Zusicherung gab, es in ein weltpriesterliches Kanonikerstift umzuwandeln (und damit von der Augustinerregel zu befreien) wählten sie ihn 1519 zum Nachfolger des Erzbischofs Leonhard von Keutschach.

Die Wahl des Medicipapstes Clemens des VII. beeinflußte er entscheidend. Auch wäre der Habsburger Karl V. ohne sein Zutun niemals zum Kaiser gewählt worden. 1525 hat er im "Wiener Vertrag" die Weichen gestellt, daß Habsburg Böhmen und Ungarn erhielt. In den für ganz Europa unruhigen Bauernkriegen (1525/26) erwies er sich als unnachgiebiger Verteidiger seiner politischen Position. Um die schon sehr offen mit dem Protestantismus sympatisierenden Salzburger Bürger zu beruhigen, berief er den ehemaligen Vorgesetzten Luthers, den Augustiner-Eremitenprovinzial Johannes Staupitz, als Domprediger nach Salzburg; schließlich zwang er die Mönche von St. Peter, diesen zu ihrem Abt zu wählen. Als das Erzbistum Magdeburg zum Protestantismus überging, trachtete Matthäus Lang 1529, den bis dorthin bei Magdeburg angesiedelten Titel "Primas Germaniae" nach Salzburg zu bekommen.

Auch zeitweise Inhaber mehrerer Bistümer (so hatte er auch das im Südosten Spaniens gelegene Cartagena inne) hielt er im Sinne eines Renaissancefürsten Hof. Als wichtigsten Beitrag der katholischen Seite in den kontraversiell diskutierten Fragen der Reformation kann wohl die auf seine Veranlassung hin erschienene "Teutsche Theologey" angesehen werden, die der Bischof von Chiemsee, Berthold Pürstinger, verfaßte. Es ist die erste zusammenfassende Darstellung des katholischen Glaubens in deutscher Sprache.

Matthäus Lang starb am 30. März 1540 in Salzburg.



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