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Sehenswertes/Übersicht |
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Hieronymus Franz de Paula Graf von Colloredo |
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Nur auf entschiedenem Druck des Wiener Hofes konnte der 41jährige Bischof von Gurk, Hieronymus Graf Colloredo am 14. März 1772 mit einer Stimme Mehrheit zum Fürsterzbischof von Salzburg gewählt werden. Es sollte die letzte Wahl des adeligen Domkapitels bleiben. Als Sohn des Reichsvizekanzlers wuchs Hieronymus im Dunstkreis des Wiener Hofs auf und lernte dort die bedeutenden Vertreter der Aufklärung kennen, die sich um den späteren Kaiser Joseph II. gesammelt hatten. Selbst dieser Geistesrichtung verpflichtet, trachtete er, die Gebrechen des Staates zu beheben. Auch die Hofhaltung schränkte er drastisch ein und verfügte durch rigorose Sparmaßnahmen das Ende so mancher kultureller Aktivitäten.
Den Höhepunkt dieser Maßnahmen bildete sein zu Ostern 1782 erschienener Hirtenbrief, mit dem er die katholische Aufklärung hoffähig machte. Das Dokument, das im ganzen deutschen Sprachraum wie eine Bombe einschlug, verbot alle Wallfahrten und Prozessionen; das Aufstellen von Krippen und heiligen Gräbern wurde auf ein Minimum reduziert. Dem gegenüber jedoch legte Colloredo größten Wert auf eine ausgedehnte Predigt, denn von der Belehrung des Volkes versprach er sich dessen Besserung. Auf dem Gebiet des Gesundheits- und Bildungswesens leistete er jedoch Vorbildliches. Mit den vorwiegend aus Bayern berufenen Gelehrten gründete er zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften: mineralogische, literarische, pädagogische und medizinische Blätter, die damals im deutschen Sprachraum Vorbildfunktion hatten. Das 1787 von Lorenz Hübner begründete und redigierte "Salzburger Intelligenzblatt" war als katholisches Gegenstück zur Jenaer Literaturzeitung gedacht.
Trotz intensiver Sparmaßnahmen konnte Colloredo den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Erzstiftes nicht aufhalten. Die Zeit der geistlichen Fürstentümer war abgelaufen. Schon 1797 vereinbarte Kaiser Franz II. im Frieden von Campoformio mit Napoleon das Ende des Hochstiftes Salzburg. Im Reichsdeputationshauptschluß (1806) war es dann soweit.
Colloredo selbst war vor den einrückenden französischen Truppen im Dezember 1800 nach Wien geflohen und starb dort am 20. Mai 1812.
Wenn er auch nicht mehr politischer Landesherr war, so blieb er doch bis zu seinem Tode regierender Erzbischof von Salzburg. Durch sein zähes Verhandeln hat er es erreicht, daß diese Würde (des Erzbistums) Salzburg damals nicht genommen wurde. Colloredo liegt in der Gruft des Stephansdomes in Wien begraben
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