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Portraits

Der LederhosenDonnerstag -Mit Schmäh, Charme und Lederhose

Donnerstag ist Lederhosentag. Also wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen beim Bummel durch die Stadt Salzburg viele Menschen in der Ledernen oder im Dirndl begegnen. Denn zwei junge Salzburger haben es sich zum Ziel gesetzt, dem traditionellen Beinkleid einen festen Platz im Alltag zurückzuerobern. Und das machen Christian Eibl und Georg Klampfer nicht nur sehr charmant, sondern auch richtig erfolgreich.

Die beiden Gründerväter kennen sich bereits aus der Schulzeit. Am 8. August 2013 hoben Georg Klampfer und Christian Eibl schließlich den LederhosenDonnerstag aus der Taufe. Geburtshelfer waren zwei Fotos auf Instagram, mit denen die beiden Salzburger kundtaten, ab sofort jeden Donnerstag die Lederne zu tragen. Und das tun sie bis heute. Privat und im Beruf, im Sommer und im Winter, in Salzburg und in New York.

Gelebte Tradition und Feierabendbier

Aus den Fotos auf Instagram und Facebook wurde eine Bewegung, die auch offline hohe Wellen schlägt. 2016 erhielten Georg Klampfer und Christian Eibl die Auszeichnung „Salzburger des Jahres“, mittlerweile haben die beiden Tausendsassas mit Gleichgesinnten einen Verein zur Förderung der Trachtenkultur gegründet. Und so wird das Stadtbild der Mozartstadt speziell an Donnerstagen immer öfter von Lederhosenträgern und Dirndlgwand-Ausführerinnen verschönert. Einmal im Monat trifft man sich außerdem zum gemütlichen Feierabendbier in unterschiedlichen Locations. Zu diesen Feierabend-Treffs ist jeder herzlich eingeladen. Nur die Lederhose und das Dirndlgwand, sollte man nicht vergessen.

Den LederhosenDonnerstag gibt es jetzt seit fast vier Jahren. Verraten Sie uns einen Ihrer bisher schönsten Momente?

Christian Eibl: Da gab es schon viele schöne Momente. Aber es ist einfach immer wieder eine große Freude, wenn man durch die Stadt läuft und die Leute einem ein Lächeln schenken – nur, weil man die Lederne anhat.

Georg Klampfer: Einer der schönsten Momente war für mich die Wahl zu den „Salzburgern des Jahres“. Das ist schon eine große Ehre – besonders wenn man bedenkt, welche Persönlichkeiten diese Auszeichnung schon erhalten haben. Was mich auch immer sehr freut ist, wenn mir die Dame beim Bäcker am Donnerstag ein zweites Kipferl zu meinem Einkauf dazuschenkt – einfach vor lauter Freude, weil ich die Lederhose anhab. Und natürlich, wenn man am Donnerstag durch die Stadt flaniert und man sieht an den Leuten, dass heute LederhosenDonnerstag ist. Das ist das Schönste überhaupt.

 

Der LederhosenDonnerstag wurde als Initiative für mehr Tracht in der Stadt und zur Wiederbelebung von heimischer Kultur und Tradition ins Leben gerufen. Kommen auch Gäste aus anderen Ländern zum Feierabendbier?

Georg Klampfer: Ja, auf alle Fälle. Wir haben zum Beispiel einen US-amerikanischen Gast, der ist in Florida geboren und in Washington aufgewachsen, hat zwischendurch in Hawaii gelebt und ist jetzt in Salzburg. Und der hat sich extra wegen dem LederhosenDonnerstag eine Lederne gekauft.

Christian Eibl: Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hatten wir einmal ein Highlight: Da haben Kollegen aus Südafrika ein Foto geschickt, wo alle in der Lederhose oder im Dirndl drauf waren. Die hatten zwar zum Teil nur eine beige Hose als Lederhosen-Ersatz an, aber was zählt ist die Idee dahinter: den LederhosenDonnerstag in Südafrika nachzustellen. Das hat uns total gefreut. Ich war beruflich auch oft in Amerika unterwegs und da haben mich meine Kollegen meist schon am Montag gefragt, ob ich eh wieder meine Lederne mithabe und sie am Donnerstag anziehe.

Letztes Jahr gab es bereits ein Feierabendbier in München – sind auch noch andere Städte geplant?

Georg Klampfer: Ja, den LederhosenDonnerstag wird es auch bald in anderen Städten geben. Grundsätzlich ist ja jeden Donnerstag LederhosenDonnerstag, aber das Feierabendbier, das ein Mal im Monat stattfindet, wird jetzt auch in andere Städte getragen. In München hatten wir letztes Jahr schon erste, erfolgreiche Gehversuche und im Sommer 2017 wird es auch in Wien die ersten Feierabendbier-Veranstaltungen geben. Da freuen wir uns schon drauf und hoffen, dass wir Salzburger das den Wienern schmackhaft machen können. (lacht)

Wenn Sie die Stadt Salzburg einem Gast in fünf Wörtern beschreiben müssten: welche wären das?

Georg Klampfer: Mit fünf Wörtern tu ich mir etwas schwer, weil Salzburg einfach so vielfältig ist. Salzburg ist eine Naturstadt, eine Kulturstadt, eine Weltstadt. Sie bietet italienisches Flair und hat den ganz besonderen Charme einer gewachsenen Stadt.

Christian Eibl: Salzburg ist für mich Heimat. Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein. Man hat alles hier, was man braucht. Die Berge, die Seen. Kultur. Alles. Das waren jetzt auch mehr als fünf, oder? (lacht)

Stellen Sie sich vor: Es ist Donnerstag, Sie verbringen einen freien Tag in der Stadt Salzburg. Wie sieht Ihr perfekter Tag aus?

Georg Klampfer: Mein perfekter Tag beginnt mit einem Frühstück in der Lederhose, entweder im traditionellen Café Bazar oder im Café 220 Grad. Dann geht’s weiter durch den Mirabellgarten zur Schranne. Dort wird dann Fleisch und Gemüse fürs Wochenende eingekauft. Zur Stärkung gibt’s ein feines Backhenderl. Danach schwingen wir uns auf unsere Fixie-Räder und fahren an einen See oder ins Anifer Waldbad. Danach gondeln wir mit der Vespa auf den Gaisberg hinauf und genießen den schönsten Sonnenuntergang mit Blick auf die Stadt. Und zum Abschluss lassen wir diesen gelungenen Tag beim Feierabendbier ausklingen. Perfekt, oder?

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