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Portraits

Die Jazz-Seele Salzburgs

Tina Heine ist ein Wirbelwind. Wenn sie den Raum betritt, bringt sie spürbare Kreativität mit, eine Leidenschaft, die volle Konzentration braucht. Was Tina sagt hat Wirkung. Und Nachwirkung. Obwohl sie erst seit 2016 in Salzburg ist und die Intendanz von „Jazz & The City“ innehält, versteht sie die Stadt bereits in all ihren Winkeln und Zwischenräumen. Und macht sich dieses Gespür zunutze.

Eine Frau mit Herz, Kopf und Vision.

Tina Heine ist ein Tausendsassa: In Hamburg hat sie mit nur 20 Jahren eine Bar eröffnet, die sie noch heute führt. 2010 gründete sie „Elbjazz“, ein Jazz-Festival im Hafen Hamburgs. Da sie immer auch die Stadt mitgestalten möchte, in der sie kreativ tätig ist, war sie im Vorstand des Hamburger Tourismusverbandes. Durch eine Fügung des Schicksals wurde Tina Heine gebeten, ab 2016 das Salzburger Festival „Jazz & The City“ zu leiten. Heute lebt sie zur Hälfte in Hamburg, zur Hälfte in Salzburg und ist nebenbei Gastdozentin in Salzburg sowie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Salzburg. Jazz. Tina Heine – Hätten Sie sich vor ein paar Jahren gedacht, dass das alles zusammenpasst?

Nein (lacht). Ich war vor Jahren einmal für ein paar Stunden in Salzburg gewesen und empfand die Stadt als eng. Auf den ersten Blick definiert sich Salzburg zwar über Kultur, aber halt auf eine bewahrende Weise. Doch ich habe viele gute Leute mit vielen guten Ideen getroffen, gute Orte gefunden und mittlerweile gelernt, dass es in Salzburg sehr wohl Freigeister gibt und Menschen, die Mut zur Diversität haben. Da passt dann der Jazz hervorragend hinein.

Sie nutzen neben inspirierenden Locations auch vermehrt den öffentlichen Raum für Musik und erweitern Jahr um Jahr die Formate?

Ja, wenn ich die Möglichkeit bekomme, den Mirabellgarten zu bespielen, mach ich das natürlich (schmunzelt). Mir ist aufgefallen, wie gut etwa unsere „Klangspaziergänge“ angenommen werden. Dabei folgt das Publikum einem Musiker quer durch die Stadt, der über den Sound seines Instruments die Räume entdeckt - dabei entsteht ein unvergleichlicher Austausch zwischen Musikern und Publikum. Und das Format „Blind Date“ wird auch laufend weiterentwickelt, hier treffen Musiker aufeinander, die noch nie zusammengespielt haben und weder Zuschauer noch Musiker wissen, was sie erwartet. So kann Jazz sein!

Was sagen die Künstler über Salzburg?

Viele unserer Künstler sind ständig auf Achse, fahren von einem Festival zum nächsten. Mir war immer wichtig, sie nicht für einen Abend, sondern für die Dauer des Festivals in Salzburg zu haben. Da können sie sich ganz anders auf die Umgebung einlassen. Mittlerweile haben wir Musiker, die schon anfragen, ob sie wieder zu uns kommen dürfen, einfach um da zu sein. Die vielen Freiräume die wir Ihnen bieten gibt es selten auf anderen Festivals. Die Kompaktheit der Stadt erlaubt es, dass man sich immer wieder auf der Straße zufällig begegnet, dass man sich unkompliziert austauschen kann. Es ist tatsächlich so, dass die ganze Stadt in eine andere Stimmung taucht während eines Festivals. Das merkt man ja auch in der Festspielsaison.

Ganz ehrlich: Wenn ich keine Ahnung von Jazz habe – was raten Sie mir?

Sich treiben zu lassen! Ich denke, das Wichtigste ist, den Jazz dorthin zu bringen, wo die Menschen sind, nicht umgekehrt. Das Schöne an „Jazz & The City“ ist, dass ich sowohl in einer Bar ganz entspannt mit Freunden trinken kann, während eine Band spielt, aber auch ganz kontemplativ in einem Konzertsaal oder einer Kirche stillen Klängen lauschen kann. Für manche Musik eignet sich sogar die Werkstatt eines Schirmmachers oder eben der öffentliche Raum. Die gratis Konzerte ermuntern dazu, Neues zu entdecken und auszuprobieren, sich von zufällig getroffenen Freunden vom Weg abbringen zu lassen oder mit der Festival-APP die eigene Favoritenliste abzuarbeiten. „Jazz & The City“ lässt alle die Stadt durch die Musik und die Musik durch die Stadt entdecken.

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