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Schauplätze

Die Felsenreitschule

Wo sonst spielt man große Oper in einem ehemaligen Steinbruch, der später zum Übungsplatz für die Kavallerie umfunktioniert wurde? Nirgendwo. Das gibt’s nur in Salzburg, in der Felsenreitschule der Festspiele.

Aber der Reihe nach: Die Felsenreitschule trägt ihren Namen mit gutem Grund seit mehr als 300 Jahren. Erzbischof Johann Ernst von Thun ließ sie 1693 als Sommerreitschule für seine Berittenen und als Arena für Tierhatzen errichten. Möglich wurde diese Erweiterung der nebenan liegenden Hofstallungen, weil man in den Jahrzehnten davor die Steine für den Bau des neuen Salzburger Doms hier aus der Mönchsbergwand gebrochen hatte. Nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach, dem Salzburger Star-Architekten seiner Zeit, wurden für die Zuschauer insgesamt 96 Arkaden auf drei Etagen in die Wände des aufgelassenen Steinbruchs geschlagen. Mit den Tierkämpfen war es bald vorbei, die erzbischöfliche und später dann die kaiserlich-königliche Kavallerie behielt ihr Quartier in der Hofstallgasse jedoch bis zum Ende des Ersten Weltkriegs respektive der Monarchie im Jahr 1918.

Freiluftbühne mit Flair

Max Reinhardt hat die Felsenreitschule als Freiluftbühne für die Salzburger Festspiele entdeckt – und im Sommer 1926, ein Jahr nach Eröffnung des ersten Festspielhauses im ehemaligen Hofstallgebäude, Goldonis Komödie „Diener zweier Herren“ aufgeführt. Von der heutigen Festspiel-Eleganz war damals allerdings noch keine Rede: Gespielt wurde auf einer „Pawlatschenbühne“ (simpel aus Brettern zusammengebaut), der Boden bestand aus gestampfter Erde und die Zuschauer saßen auf Holzbänken. Bis heute legendär ist die „Faust-Stadt“, die Clemens Holzmeister im Sommer 1933 für Max Reinhardts Inszenierung von Goethes „Faust“ in die Felsenreitschule baute. Herbert von Karajan wagte sich 1948 mit der ersten Opernproduktion auf die beeindruckende (immer noch Freiluft-) Bühne in der ehemaligen Reitschule, und zwar mit „Orfeo ed Euridice“ von Gluck.

Moderne Zeiten

Der Umbau zum „richtigen“ Bühnen- und Konzerthaus mit Orchestergraben, Unterbühne, Kulissendepot, neuer Zuschauertribüne und einem wetterfesten Rolldach fand Ende der 1960er Jahre statt. Die dreireihigen Arkaden-Logen, die Erzbischof Johann ErnstThun für das Publikum der Barockzeit schlagen ließ, wurden dadurch zur einmaligen Naturkulisse für die Aufführungen. Der Weg für ein allsommerliches Festspiel-Programm in der Felsenreitschule war frei. Die unvergessliche „Zauberflöte“ von Jean-Pierre Ponnelle wurde hier gegeben oder Shakespeares „Römerdramen“ in der Inszenierung von Peter Stein. Das Jahr 2011 brachte nochmals eine Modernisierung und ein neues mobiles Dach, das sich innerhalb von sechs Minuten öffnen bzw. schließen lässt.

Legendär und einzigartig

ihren 96 Arkadenbögen in der Felswand, als natürliche Kulisse vor der gewaltig breiten Bühne, stellt die vormalige Reitschule einen weltweit einzigartigen Aufführungsort dar, an dem Regisseure und Bühnenbildner immer wieder neue Welten entstehen lassen. Ein Raum der Herausforderungen, aber auch der legendären theatralen Erfindungen, wie die Geschichte beweist. Und es werden immer mehr: Während der Festspielzeit ist die Felsenschreitschule im Schnitt jeden zweiten Tag Schauplatz von Konzerten, Opern und Theateraufführungen.

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