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Schauplätze

Die Natur als Hauptdarstellerin: das Steintheater in Hellbrunn

Eine mystische, fast unwirkliche Aura umgibt das Steintheater. Im Sommer wie im Winter vermittelt die archaische Felsenbühne im Hellbrunner Park eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Nicht umsonst gilt das alte Steintheater nahe der Stadt Salzburg als einzigartiges Bauwerk – mit Hammer und Meißel der Natur abgetrotzt, um in perfekter Harmonie wieder mit ihr zu verschmelzen. Wir nehmen Sie mit auf einen Spaziergang zur Felsenbühne, durch die Zeit.

Fast meint man noch die Klänge der Oper zu hören, die Stimmen der Sänger, die vom Felsen widerhallen, und die Melodie des Orchesters auf seiner steinernen Bühne. Wir stehen vor dem gewaltigen, in den Fels geschlagenen Eingang des Steintheaters. Vor uns erstreckt sich der ovale Zuschauerraum, wo unter freiem Himmel bis zu 500 Besucher Platz finden. Wie es wohl gewesen ist, als hier im frühen 17. Jahrhundert Opern oder Pastoralen, also barocke Instrumentalstücke, aufgeführt wurden? Wir sind uns einig: es muss die Zuschauer unfassbar beeindruckt haben, wenn das bloße Vorhandensein der Bühne noch heute so großes Staunen auslösen kann. Tatsächlich erfüllt uns beim Anblick der imposanten Bühne aus Stein ein Gefühl, das Ehrfurcht sehr nahekommt. Schweigend und staunend wandern wir umher, erklimmen die Bühne, schauen um Ecken und in kleine Höhlen. Wir entdecken zahlreiche Durch- und Eingänge links, rechts und hinter der Bühne und erfahren, dass es diese den Darstellern möglich machte, an exakt der Stelle zu erscheinen, die das jeweilige Stück vorsah.

Eine Oper unter freiem Himmel

Die Aufführung der ersten Oper auf der Felsenbühne war in zweifacher Hinsicht eine große Premiere: Mit Claudio Monteverdis Oper „L'Orfeo“ wurde am 31. August 1617 erstmals eine Oper in Mitteleuropa unter freiem Himmel gezeigt. „L'Orfeo“ gilt heute als „erste Oper“ und als bedeutendes Werk der abendländischen Musikgeschichte. Wie passend war da das Steintheater als Aufführungsort, den der damalige Salzburger Fürsterzbischof dafür wählte. Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems, der das Steintheater bauen ließ, war ein großer Freund der Musik und des Theaters. So ließ er den ehemaligen Steinbruch in Hellbrunn, aus dem Steine für den Bau von Schloss Hellbrunn gebrochen wurden, zu einem steinernen Theater umbauen. Ab 1616 konnte er seiner Musik- und Theaterleidenschaft schließlich in wunderschönem Ambiente mitten in der Natur frönen. Und hatte gleichzeitig ein architektonisches Meisterwerk geschaffen.  

Ein Erlebnis, zu jeder Zeit

Tatsächlich gibt es bis heute hin und wieder Veranstaltungen im Hellbrunner Steintheater. Leider sind diese begehrten Aufführungen eher rar, was womöglich auch den launischen Wetterverhältnissen in unseren Breiten geschuldet ist. Nichtsdestotrotz: Wenn auf der Bühne des Steintheaters ein Konzert, eine Tanzaufführung oder ein Theater stattfindet, sollte man es auf keinen Fall versäumen. Egal, welche Pläne der Wettergott gerade schmiedet. Und auch pur, still, ganz ohne Event vor Ort ist ein Besuch des Steintheaters ein beeindruckendes Erlebnis – zu jeder Jahreszeit. Und wir? Wir wandern den schönen Weg hinunter zum Schlosspark Hellbrunn, haben das Steintheater im Rücken. Und kommen ganz bestimmt wieder.

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