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Kunst & Kultur

Herbert von Karajan und die Osterfestspiele Salzburg

Die Osterfestspiele Salzburg sind eines der exklusivsten Musikfestivals der Welt. Gegründet wurden sie 1967 von einem der berühmtesten Söhne Salzburgs: Jahrhundertdirigent Herbert von Karajan hat sich selbst und seiner Heimatstadt damit ein luxuriöses Geschenk gemacht, dessen Funkeln und Strahlen die Jahrzehnte überdauert.

„Musik ist die Verkörperung von Schönheit.“

Herbert von Karajan war ein Ästhet sondergleichen: Schönheit und Perfektion gingen dem Salzburger über alles. Und dennoch setzte er neben all dem zur Schau gestellten Luxus auf Understatement. Heute – mehr als ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Osterfestspiele Salzburg – geben sich Musik- und Opernliebhaber aus der ganzen Welt rund um das christliche Hochfest ein Stelldichein in Salzburg. Und auch wenn sich das Publikum vorwiegend aus Stammgästen zusammensetzt, hat vor allem in den letzten Jahren ein junges, musikinteressiertes Publikum das Festival nach und nach für sich entdeckt.

Traditionalist und Visionär mit grossen Zielen

Im Gründungsjahr der Osterfestspiele Salzburg standen alle Zeichen auf Erneuerung: Der Krieg war seit über zwei Jahrzehnten vorüber, auf die Babyboomer folgte der Ruf nach freier Liebe. Die Studentenbewegung richtete sich gegen das Establishment und Mary Quant spazierte im Mini-Rock in den Buckingham Palace. Und was passierte in Salzburg? Herbert von Karajan begründete mit der Premiere von Wagners Walküre am 19. März 1967 die Osterfestspiele Salzburg. Gemeinsam mit „seinen“ Berliner Philharmonikern. Denn das war das erklärte Ziel: Die Osterfestspiele Salzburg als einzigen Ort der Welt zu positionieren, an dem die Berliner Philharmoniker im Orchestergraben eine szenische Opernproduktion spielten. Der fast 60-Jährige hatte eine erst 28 Jahre alte Frau – Französin und Ex-Model – an seiner Seite, die beiden Töchter waren sechs und drei Jahre alt: Auch wenn er als Traditionalist galt, der sich voll und ganz der Musik, dem Perfektionismus und der Disziplin verschrieben hatte, liebte er alles Neue, war technikbegeistert und sagte einst von sich selbst, zu früh im 20. Jahrhundert geboren zu sein. Ein Visionär, der es als sein oberstes Ziel ansah, den Beruf als Berufung aufzufassen. Die Partituren hatte Herbert von Karajan alle auswendig im Kopf.

Ein Geschenk des Salzburgers an seine Heimatstadt

Herbert von Karajan war sich seines Status’, seines Könnens und seines Ansehens bewusst: Nach der Abschaffung aller Adelstitel in Österreich führte er das „von“ als Künstlernamen. 1956 hatte er die Künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele in seiner Heimatstadt übernommen, 1964 war er in deren Direktorium eingebunden worden. 1959 wurde er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und sollte diese Position dreißig Jahre lang innehaben. Mit den Osterfestspielen Salzburg erfüllte er sich einen Traum und setzte sich selbst ein Denkmal. In das offizielle Programm der Osterfestspiele schrieb er: „Ich wollte in dieser Stadt, die ja auch meine Geburtsstadt ist, zu festlichem Theater und Musizieren ein Publikum versammeln, das aus Kennern und Liebhabern besteht und großen Werken der Musik begegnen will. So gesehen, sind meine Motive ähnlich jenen, welche zur Gründung der sommerlichen Festspiele in Salzburg geführt haben.“

Die Osterfestspiele Salzburg im 21. Jahrhundert

Herbert von Karajan leitete bis zu seinem Tod 1989 die Osterfestspiele Salzburg: Es folgten unter anderem Sir Georg Solti, Claudio Abbado und Sir Simon Rattle als Dirigenten und Künstlerische Leiter. Seit 2013 ist Christian Thielemann der Künstlerische Leiter und die Sächsische Staatskapelle Dresden das Residenzorchester der Osterfestspiele: Unter seiner Ägide erfuhren die Osterfestspiele Salzburg zahlreiche Neuerungen wie etwa das Kinderkonzert oder das „Konzert für Salzburg“: Dieses richtet sich als zusätzliches Konzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden außerhalb des Abonnements in erster Linie an die Bevölkerung Salzburgs und der Umgebung.

Auf den Spuren von Herbert von Karajan in der Stadt Salzburg:

  • Ein „Herbert von Karajan“-Denkmal findet sich im Garten des Hauses Josef-Friedrich-Hummel-Straße 1. Dieses gilt als vermeintliches Geburtshaus, tatsächlich wurde Heribert Ritter von Karajan jedoch in einem nicht mehr bestehenden Sanatorium in der Franz-Josef-Straße geboren.
  • Der „Herbert-von-Karajan-Platz“ befindet sich an der Ecke Hofstallgasse-Sigmundstor. Der Platz wurde 1991 nach dem Dirigenten genannt; hier ist auch die barocke Pferdeschwemme, in der einst die Rösser der Erzbischöfe getränkt und gewaschen wurden.
  • Seine letzte Ruhestätte fand Herbert von Karajan in seinem Wohnort Anif am südlichen Stadtrand von Salzburg. Das Grab ist bis heute Pilgerstätte von Fans aus aller Welt.
  • Das „Eliette und Herbert von Karajan Institut“ und das „Herbert von Karajan®-Archiv“ mit Sitz in Salzburg verstehen sich als erste Anlaufstelle für Fans: Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl an Fotos, Pressestimmen, Kritiken und Tondokumenten. Zudem kreiert das Institut laufend Filme, Artikel und Bücher über Herbert von Karajan und veranstaltet die CLASSICAL MUSIC HACK DAYS  sowie die KARAJAN MUSIC TECH CONFERENCE. Matthias Röder, Leiter des Instituts, hat außerdem folgende Empfehlungen für Karajan-Liebhaber in Salzburg: „Besuchen Sie die Konzerte im Festspielhaus und stöbern Sie in der Music Lounge am Universitätsplatz." www.karajan.org

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