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Schauplätze

IM STADTTEILE-FOKUS: Schallmoos

Fürsterzbischof Paris Lodron ließ vor 400 Jahren Schallmoos entwässern. Seither mauserte sich das einstige Sumpfgebiet zum Salzburger Szeneviertel. Wenn das der Erzbischof wüsste!

Einstiges Moorgebiet

Wer vor 400 Jahren durch Schallmoos stapfte, tat das am besten an einem sonnigen Tag und hatte danach trotzdem nasse Füße. Kein Wunder, schließlich bestand das Gebiet nur aus Moor. Mit dem Ausbruch der Pest gab man dem Sumpf und seinen „bösen Ausdünstungen“ die Schuld an der Epidemie. Erzbischof Paris Lodron ließ ihn entwässern und teilte das Gebiet in Parzellen auf, um sie an umliegende Kleinbauern zu verschenken. Im Gegenzug sollten die Bauern die Kultivierung vorantreiben. Die Euphorie hielt sich aber in Grenzen und die Obrigkeit heuerte Soldaten an, um Schallmoos bewohnbar zu machen.

Von wegen schal und mos

Der Fürsterzbischof und sein Team leisteten ganze Arbeit. Von „schal“ (= fahl, blass) oder „mos“ (= Moor) war bald nichts mehr zu sehen. Stattdessen wurden erstmals kleine Prachtbauten wie das hübsche Barockschlösschen Robinighof urkundlich erwähnt. Ein Juwel mit Rokokofassade, in dem Wolfang Amadeus Mozart regelmäßig ein- und ausging, war er doch mit den Kindern des Hauses befreundet. Der Robininghof in der Robinigstraße befindet sich heute in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Szeneviertel Schallmoos

In Schallmoos versumpft man dieser Tage höchstens in einer der zahlreichen Locations, die das Szeneviertel prägen. Das zieht Genießer, Kultur-Fans und Nachtschwärmer gleichermaßen an. Urig und lokal geht’s in Kastner’s Schenke zur Sache: Gäste können das selbstgebraute Bier rund um die hauseigene Sudanlage genießen. Wer zu Hausmannskost und kultigem Craft-Beer tendiert, ist in der Fuxn bestens aufgehoben. Die Salzburger Volkswirtschaft war als Fuchsengut bereits vor 400 Jahren vor Ort. Auf eine mindestens genauso lange Tradition blickt auch der Urbankeller, das erste bio-zertifizierte Wirtshaus der Stadt.

Gastro, Kultur & Sport

Früher war der Urbankeller ein Bierlager. Heute ist im zweiten Bier-Gewölbe das kleine theater untergebracht, ein Haus der freien Szene. Tanz und Performance wird auch bei den Nachbarn großgeschrieben, dem Salzburg Experimental Academy of Dance – SEAD. Das Ausbildungszentrum für zeitgenössische Tänzer und Choreografen befindet sich nur unweit des Rockhouse Salzburg, einem beliebten Musikclub im Kapuzinerberg. Das Musikcafé Plan B und Szene-Treffpunkt und Plattenladen Minerva Records haben sich in Schallmoos ebenfalls den angesagten Klängen verschrieben.

Sportliche Typen statten der Boulderbar einen Besuch ab. Dort kann nicht nur gebouldert werden, hier finden auch immer wieder Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Weiteres Highlight in Schallmoos: die City Wall, ein Klettersteig mitten in der Stadt. Von dort lässt sich hervorragend der Sonnenuntergang über Schallmoos genießen – und darüber sinnieren, wie das damals wohl so war, als Schallmoos noch aus Sumpf bestand.

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