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Stadterlebnis

The Sound of Music: auf den Spuren eines Phänomens

Fünf Oscars, eine Fangemeinde rund um den Globus, wunderschöne Drehorte in Salzburg – und dennoch ist der Film „The Sound of Music“ in seiner österreichischen Heimatstadt kaum bekannt. Wir haben die Original-Tour mitgemacht und finden: Das sollte sich ändern.

„And now all together: Edelweiss, Edelweiss. Every morning you greet me…” Die Aufforderung von Tour-Guide Antonio wäre gar nicht nötig gewesen – um uns herum wird schon fröhlich gesummt und mitgesungen. Neben uns sitzt ein älteres Ehepaar aus Indien, in der Reihe vor uns eine vierköpfige Familie aus Australien und hinter uns ein junges Paar aus Dänemark. Alle unsere Mitreisenden bei der Original „Sound of Music“-Tour von Panorama Tours kennen es – das wohl bekannteste Lied eines der berühmtesten Musicalfilme der Welt: „The Sound of Music“. Nur für uns Österreicher ist der Film, der 1964 in Salzburg gedreht wurde, nach wie vor ein Mysterium. Kaum ein Einheimischer hat ihn gesehen – obwohl er für zehn Oscars nominiert war und fünf der begehrten Goldjungen gewinnen konnte. Ein Grund mehr für uns, bei der Tour zu den Originalschauplätzen dabei zu sein. Und dem Phänomen ‚Sound of Music‘ so etwas näher zu kommen.

In vier Stunden zu den Original-Drehorten

In vier Stunden bringt Panorama Tours seine Gäste zu den wichtigsten Drehorten des Films. Die Tour wird ausschließlich in englischer Sprache angeboten, ist auch für Menschen mit Gehbehinderung geeignet und startet zweimal täglich vom Mirabellplatz aus – jeweils um 9.15 Uhr und um 14.15 Uhr. Der Bus füllt sich nach und nach mit Menschen aus allen Ecken der Welt – von Amerika bis Indien, von England bis Neuseeland. Sie alle eint der Wunsch, zumindest einmal im Leben die Originalschauplätze des weltberühmten Films zu sehen. Und damit sind sie nicht allein: Mehr als 300.000 Besucher kommen jedes Jahr wegen „Sound of Music“ nach Salzburg. Der Film zählt bis heute zu den erfolgreichsten Hollywood-Produktionen aller Zeiten.

Anekdoten und Filmgeheimnisse

Antonio, unser Guide, ist fantastisch. Der gebürtige Mallorquiner verrät mit Witz und Charme viele Details zum Film und zu den Drehorten. Außerdem grenzt er die Filmgeschichte von der realen Geschichte der Familie Trapp ab und gibt spannende und skurrile Anekdoten zum Besten. Sogar das eine oder andere (Film-) Geheimnis wird gelüftet – welches, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. So gondeln wir also im komfortablen Bus zuerst durch Salzburg in Richtung Leopoldskron, wo wir einen kurzen Stopp einlegen. Das Wetter ist herrlich, die Temperaturen mild. Die Enten am Leopoldskroner Weiher paddeln quakend über das Wasser, die Vögel zwitschern und pfeifen was das Zeug hält. Über all dem thront die Festung Hohensalzburg und vom Untersberg im Hintergrund blitzt noch der Schnee herunter. Wir drehen unsere Gesichter zur Sonne und stellen uns die emsige Betriebsamkeit vor, die geherrscht haben muss, als die Filmcrew 1964 hier ihre Zelte aufgeschlagen hatte.

„Sound of Music ist etwas ganz Besonderes“

Unser Guide erzählt so detailgetreu, dass man meint, gleich müsse das Boot mitsamt Julie Andrews als Maria von Trapp über den See geschippert kommen. Und da vorne, ist das nicht Christopher Plummer als Baron von Trapp, der da am Seeufer steht? Tour-Guide Antonio ist vor neun Jahren von Mallorca nach Salzburg gekommen und wollte eigentlich nur zwei Jahre bleiben. „Aber“, sagt er und lacht, „so ist das Leben, oder?“ In Salzburg ist er heute als Fremdenführer erfolgreich. „Sound of Music ist etwas ganz Besonderes für mich“, verrät er uns. „Wenn ich die Begeisterung der Menschen sehe, die mit uns diese Tour machen, dann ist das sehr, sehr schön.“ Er hatte auch schon Gäste, die in Wien ihren Urlaub verbracht haben und nur wegen der „Sound of Music“-Tour nach Salzburg gekommen sind. Und andere, die früher als Studenten hier waren und Jahre später mit ihren Familien wiederkamen, um gemeinsam mit ihren Lieben die Drehorte zu besuchen.

Ein rundum gelungener Event

Nachdem wir einen Fotostopp beim Pavillon im Schlosspark von Hellbrunn eingelegt haben, geht es weiter ins Salzkammergut. Busfahrer Ivo, der seit 23 Jahren hauptberuflich mit dem Reisebus unterwegs ist, bringt uns sicher über die Landstraße in Richtung Wolfgangsee. Und während an unserem Fenster die sonnenbeschienenen Wiesen vorbeiziehen, erklingen im Bus die berühmten Lieder des Films. Wir tun es den anderen Gästen gleich und schweigen bei den ruhigeren Passagen andächtig. Bei anderen – wie etwa dem beliebten Lied „Do-Re-Mi“ – wird vor und hinter uns fleißig mitgesungen und von Herzen gelacht. Generell geht es sehr lustig zu auf der Sound of Music-Tour – es ist ein rundum gelungener Event.

„Edelweiß, Edelweiß“

Hoch über dem Wolfgangsee bleiben wir kurz stehen, um die Aussicht auf den See zu genießen. Danach fahren wir weiter nach Mondsee und werfen einen Blick in die schöne Kirche im Ortskern. Dort wurde die berühmte Hochzeitsszene gefilmt, in der Maria dem Baron von Trapp das Ja-Wort gibt. Etwas Zeit bleibt uns noch, also genießen wir einen duftenden Kaffee und einen köstlichen Apfelstrudel am historischen Marktplatz. Frisch gestärkt marschieren wir mit unserer Gruppe nach rund einer Stunde wieder zurück zum Bus, um die Heimfahrt nach Salzburg anzutreten. Kurz bevor wir am Mirabellplatz ankommen, erklingt „Edelweiß“ aus den Lautsprechern des Busses. Und alle Augen leuchten. Ja, das Phänomen ‚Sound of Music‘ kann man in Zahlen festhalten. Sollte man aber nicht. Man muss es erlebt haben.

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