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Mirabellgarten Salzburg | © SalzburgerLand Tourismus / Chris Perkles
Stadterlebnis
UNESCO-Welterbe Salzburg: 10 Fragen und Antworten
Haben Sie schon einmal vom UNESCO-Welterbe Salzburg gehört? Nein, noch nie?! Dann sind diese Fragen und Antworten der perfekte Einstieg für Sie! Doch auch echte Salzburg-Fans werden viel Neues erfahren. Die Salzburger Altstadt trägt seit 1996 die international anerkannte Auszeichnung und überrascht immer noch mit spannenden und wenig bekannten Details und Hintergründen. Los geht’s: eine historische Altstadt, drei Jahrzehnte UNESCO-Welterbe, 10 Fragen und Antworten.
1. Was bedeutet UNESCO?
Die Abkürzung UNESCO steht für „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization“ (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) und ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die UNESCO hat ihren Sitz in Paris und wurde im November 1945 mit Hinblick auf die Katastrophen der beiden Weltkriege als Friedensidee gegründet. Wenn Vorurteile und Hass in den Köpfen entstehen können, können sie dort auch verhindert werden, so die Begründung. Ein UNESCO-Welterbe, wie es die Salzburger Altstadt ist, muss einen „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzen, sein Verfall oder die mutwillige Zerstörung wären ein unwiederbringlicher Verlust für die Menschheit. Das UNESCO-Welterbe hat zum Ziel, Menschen in Kontakt und in den Austausch zu bringen, unabhängig von Herkunft, Religion oder kulturellem Hintergrund. Somit wird der Tourismus zu einer Plattform der friedvollen Begegnung.
2. Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es weltweit und in Österreich?
Aktuell führt die UNESCO auf ihrer Liste über 1.200 Welterbestätten in rund 170 Staaten: Dabei wird zwischen Kultur- und Naturerbe unterschieden, wobei es auch Kombinationen aus beiden gibt. Zu den berühmtesten Welterbestätten zählen unter anderem die Freiheitsstatue in New York, das Taj Mahal in Agra und die Galapagosinseln. Um den Status zu erlangen, bedarf es eines aufwändigen Bewerbungsverfahrens, das meist über mehrere Jahre geht. Letztendlich entscheidet das Welterbekomitee über die Aufnahme.
Österreichische Welterbestätten
In Österreich hat die UNESCO zwölf „Stätten von außergewöhnlichem Wert“ die begehrte Auszeichnung verliehen: Neben Salzburg verfügen unter anderem die historischen Zentren von Wien und von Graz, die Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut sowie das Schloss und die Gärten von Schönbrunn in Wien über den UNESCO-Welterbestatus.
3. Wurde Salzburg nun 1996 oder 1997 UNESCO-Welterbe?
Auf dem Mozartplatz findet sich eine Tafel, die die Jahreszahl 1997 trägt. Tatsächlich erfolgte die Aufnahme Salzburgs in die UNESCO-Welterbeliste bereits im Dezember 1996. Die Ratifizierung – also die offizielle Anerkennung – ist mit 11. September 1997 datiert. In den Prunkräumen der Alten Residenz wurde die Welterbe-Urkunde feierlich an den damaligen Salzburger Bürgermeister überreicht und es wurde ein dreitägiges Fest gefeiert.
4. Was hat W. A. Mozart mit dem UNESCO-Welterbe Salzburg zu tun?
Das kulturelle Erbe der Stadt Salzburg ist eng mit dem Wirken und Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) verknüpft, der in der Getreidegasse geboren wurde. Bis 1781 lebte und arbeitete der Komponist in seiner Geburtsstadt und legte das Fundament für die reiche musikalische Tradition. Diese findet bis heute, etwa in Form der Salzburger Festspiele, ihre Fortsetzung.
Die Stadt Salzburg erhielt die Auszeichnung zum UNESCO-Welterbe aufgrund von drei Kriterien. Eines davon besagt, dass „Stätten in unmittelbarer oder erkennbarer Weise mit Ereignissen oder überlieferten Lebensformen, mit Ideen oder Glaubensbekenntnissen oder mit künstlerischen und literarischen Werken von außergewöhnlicher universeller Bedeutung verknüpft sein sollen.“ Die Begründung für Salzburg lautete: „Salzburgs Verbindung zu den Künsten ist bemerkenswert, insbesondere zur Musik in der Person ihres berühmten Sohnes Wolfgang Amadeus Mozart.“ (Quelle: Österreichische UNESCO Kommission)
Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse 9 sowie das Wohnhaus der Familie am Makartplatz 8 gehören zu den meistbesuchten Museen in der Stadt Salzburg. Sie können mit der Salzburg Card kostenlos besucht werden.
5. Welche berühmten Sehenswürdigkeiten zählen zum UNESCO-Welterbe Salzburg?
Salzburgs historische Altstadt ist zur Gänze UNESCO-Welterbe: Dieses umfasst alle dort befindlichen Objekte und Gebäude und das sind rund 1 000 an der Zahl. Dazu zählen unter anderem:
- das DomQuartier
- die Getreidegasse
- der Friedhof St. Peter und der Festspielbezirk
- die beiden Stadtberge: Mönchsberg mit Festung Hohensalzburg und Stift Nonnberg sowie Kapuzinerberg mit dem Franziskanerkloster
- der Mirabellgarten
- die Linzer Gasse mit dem Friedhof St. Sebastian
- ein Teil des Nonntals
Sehenswürdigkeiten wie Schloss Leopoldskron oder das Schloss Hellbrunn liegen außerhalb dieses Gebiets und sind damit nicht Teil des UNESCO-Welterbes.
Zu Fuß durchs UNESCO-Welterbe
Das Besondere in Salzburg ist die Kompaktheit: Das UNESCO-Welterbe kann wunderbar zu Fuß erkundet werden und ist sogar zum größten Teil Fußgängerzone. Besonders empfehlenswert ist der „UNESCO Walk“. Er kann per Smart Guide App (kostenloser Download!) unternommen werden.
6. Was ist ein „Immaterielles Kulturerbe“ und gibt es ein solches in Salzburg?
Ein „Immaterielles Kulturerbe“ ist ebenfalls eine Auszeichnung der UNESCO und bezieht sich beispielsweise auf ein bestimmtes Handwerk, einen Brauch oder eine traditionelle Praktik, die sehr lange besteht und mündlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.
Einzigartiges Salzburger Marionettentheater
Das Salzburger Marionettentheater ist das einzige „Immaterielle Kulturerbe“ innerhalb der Stadt Salzburg auf der nationalen Liste der UNESCO: Ausgezeichnet wurde die Spielpraktik bzw. die Art und Weise, wie die Fadenmarionetten geführt werden. Diese ist hochkomplex und schwer zu erlernen, führt jedoch auch zu den besonders fließenden Bewegungen, für die die Salzburger Marionetten berühmt sind.
Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“
Ein weiteres „Immaterielles Kulturerbe“ ist das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Salzburg ist einer von sechs Stille-Nacht-Orten: Hier wurde der Liedtexter Joseph Mohr 1792 geboren.
7. Besteht die Gefahr, dass Salzburg den UNESCO-Welterbestatus verliert?
Nein, diese Gefahr ist in Salzburg bislang unbegründet. Theoretisch können Welterbestätten aber auf der „Roten Liste“ landen bzw. den Status gänzlich verlieren. In Salzburg achtet man bei Bauprojekten genau darauf, keine Gefährdung zu riskieren. Mit Verweis auf das UNESCO-Welterbe werden Neu- und Umbauten sehr kritisch betrachtet und hinterfragt. Gutachten und Sichtfeldstudien werden durchgeführt, um die Gefahr zu minimieren. Rund um das UNESCO-Welterbe gibt es eine Art Schutzgürtel: Dieser ist wichtig, um Sichtachsen und -felder, Blickbeziehungen und eine am Bestand orientierte Bebauung zu gewährleisten und zu sichern.
8. Warum sieht man in Salzburg keine Sonnenschirme mit Werbeaufdrucken?
Sehr gut beobachtet! Es gibt keine Sonnenschirme, Markisen oder Mülleimer mit Werbeaufschriften. Das hat mit dem strengen Ortsbildschutzgesetz zu tun, das unter anderem Werbeflächen regelt: Diese behördlichen Bewilligungen sind in Salzburg unumgänglich. Sie gelten bei Gewerbetreibenden manchmal als mühsam, haben aber zur Folge, dass das Stadtbild gewahrt und in seiner Ästhetik einzigartig ist. Darüber hinaus wurde bereits 1967 das Salzburger Altstadterhaltungsgesetz ins Leben gerufen. Es ist Österreichs ältestes und strengstes Gesetz dieser Art. Und: Die Salzburgerinnen und Salzburger selbst achten sehr darauf, dass die Stadt sauber bleibt.
9. Warum sind Veranstaltungen in der Salzburger Altstadt absolut einzigartig?
Veranstaltungen im UNESCO-Welterbe sind ein unvergessliches Erlebnis: das Flair der autofreien Altstadt, die Ästhetik und die geschützte Lage tragen zu einer einzigartigen Atmosphäre bei. Wer schon einmal eine „Jedermann“-Aufführung am Domplatz besucht oder mit dem Kettenprater am Rupertikirtag gefahren ist, weiß, welch prachtvolle Atmosphäre hier herrscht. Die Festung Hohensalzburg, die barocke Kulisse von Dom und Residenz und die weitläufigen Plätze bilden rund ums Jahr ein zauberhaftes Ensemble und eine grandiose Kulisse für Events aller Art.
Zu den Besucher-Magneten und Klassikern zählen seit vielen Jahren unter anderem:
- Sport-Events wie der Salzburg Marathon im Frühsommer
- Aufführungen im Rahmen der Salzburger Festspiele wie der „Jedermann“ am Domplatz oder die Siemens>Festspiel>Nächte am Kapitelplatz im Sommer
- der Rupertikirtag rund um den Salzburger Dom im September
- der traditionelle Salzburger Christkindlmarkt in der Vorweihnachtszeit am Dom- und Residenzplatz
- sowie weitere Kulinarik-, Musik- und Sportevents für die ganze Familie
Das UNESCO-Welterbe als Event-Kulisse
Die Salzburger Altstadt mit ihrer barocken Architektur ist eine großartige Kulisse und sorgt für unvergessliche Erinnerungen. Dennoch bleibt man bei der Anzahl der Veranstaltungen sehr bedacht: Denn die Altstadt gilt als schützenswerter Lebensraum für ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Es wird streng darauf geachtet, dass das auch so bleibt. Und so werden große Veranstaltungen nur selten durchgeführt und bleiben etwas ganz Besonderes.
10. Wie wurde Johann Michael Sattler im 19. Jahrhundert zum ersten Influencer Salzburgs?
Das „Sattler Panorama“ ist ein überdimensionales Rundgemälde: Es bildet das Herzstück des 2026 eröffneten Museums „Orangerie Salzburg Panorama | Welterbe“ im Mirabellgarten. Auf einer Größe von 5 auf 25 Metern zeigt es eine Stadtansicht von Salzburg Anfang des 19. Jahrhunderts. Gemalt wurde es in den Jahren 1824 bis 1829 von Johann Michael Sattler und seinen Kollegen Friedrich Loos und Johann Josef Schindler. Steht man in der Mitte des runden Raumes, hat man ein 360-Grad-Panorama auf das historische Salzburg.
Eine 200 Jahre alte Ansicht des UNESCO-Welterbes
Das Panorama bildet im Kern das ab, was heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Nach seiner Fertigstellung packte Johann Michael Sattler das Panorama ein und tourte damit gut zehn Jahre durch Europa, um es in zahlreichen Städten auszustellen. Die Menschen allerorts waren begeistert. Viele von ihnen nahmen dieses Bild zum Anlass, um selbst nach Salzburg zu reisen: Die Schönheit der Darstellung war ganz und gar bezaubernd, sodass Johann Michael Sattler als erster Tourismus-Influencer seiner Heimatstadt gelten darf. Das ausgestellte Rundgemälde ist tatsächlich das Original und eine meisterliche Ansicht des heutigen UNESCO-Welterbes.
Neugierig geworden auf das UNESCO-Welterbe Salzburg?
Dann buchen Sie doch gleich Ihren Erkundungstrip in die Mozartstadt. Viele weitere Tipps und Inspirationen für Ihre Salzburg-Reise finden Sie auch auf unseren Social Media Kanälen.
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Die 10 Fragen und Antworten zum UNESCO-Welterbe stammen von der Salzburger Autorin Franziska Lipp. Sie lebt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Salzburger Altstadt und setzt sich intensiv mit den Themen ihrer Heimatstadt auseinander. So ist von ihr zuletzt das Buch „The Sound of Salzburg – Auf den Spuren der Familie von Trapp zu den Original-Drehorten des Erfolgsfilms“ („The Sound of Salzburg – Tracing the von Trapp family’s journey to the filming sites of the hit movie“) erschienen.